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Hartdrehen als Alternative zum Schleifen
Maschinen und Werkzeuge zum Hartdrehen
Allgemeine Schnittdaten zum Hartdrehen
Prozessstabilität und Werkstückspannung
Werkstoffe und Härtegrad beim Hartdrehen
Genauigkeiten und Oberflächengüten
Vorteile und Nachteile des Hartdrehens
Anwendungsbeispiele für das Hartdrehen
Typische Werkstoffe und Bearbeitungsdaten
| Werkstoff | Härtebereich* | Schneidstoff | Schnittgeschwindigkeit vc* | Anwendungen |
|---|---|---|---|---|
| Einsatzstahl | ca. 55–64 HRC | CBN, Schneidkeramik | ca. 80–180 m/min | Zahnräder, Wellen, Bolzen, Lagersitze |
| Wälzlagerstahl | ca. 58–66 HRC | CBN | ca. 80–200 m/min | Lagerringe, Rollen, Laufbahnen |
| Vergütungsstahl, gehärtet | ca. 45–60 HRC | CBN, Schneidkeramik | ca. 100–220 m/min | Achsen, Wellen, Buchsen |
| Werkzeugstahl | ca. 50–65 HRC | CBN, Schneidkeramik | ca. 60–160 m/min | Werkzeugkomponenten, Führungen, Rollen |
| Gehärteter Stahl allgemein | ca. 45–68 HRC | überwiegend CBN/Keramik | ca. 60–200 m/min | Passflächen, Lagersitze, Innen- und Außenkonturen |
* Orientierungswerte: Die tatsächlich geeigneten Schnittgeschwindigkeiten hängen stark vom jeweiligen Werkstoff, Härte, Schneidstoffsorte, kontinuierlichem oder unterbrochenem Schnitt, Zustellung, Vorschub und Maschinenstabilität ab.
Nützliche Fragen zum Hartdrehen
Was versteht man unter Hartdrehen?
Hartdrehen ist ein spanendes Drehverfahren zur Bearbeitung gehärteter Werkstoffe, meist ab etwa 45 bis 50 HRC. Mit verschleißfesten Hochleistungs-Schneidstoffen wie CBN oder Schneidkeramiken können selbst gehärtete Funktionsflächen toleranzgenau auf das festgelegte Endmaß bearbeitet werden.
Welche Werkstoffe eignen sich zum Hartdrehen?
Hartdrehen eignet sich vor allem für gehärtete Einsatz-, Vergütungs-, Werkzeug- und Wälzlagerstähle. Je nach Werkstoffgruppe liegen die Härten häufig zwischen etwa 45 und 68 HRC. Werkstoffhärte und Gefüge bestimmen wesentlich die Auswahl von Schneidstoff und Schnittparametern.
Welche Vorteile bietet Hartdrehen gegenüber Schleifen?
Hartdrehen ermöglicht die hochpräzise Bearbeitung komplexer Konturen mit wenigen Umspannungen. Vorteile gegenüber dem Schleifen sind kurze Bearbeitungszeiten, hohe Flexibilität und die mögliche Trockenbearbeitung. Für besonders feine oder drallfreie Oberflächen bleibt Schleifen jedoch häufig die bessere Wahl.
Welche Genauigkeiten sind beim Hartdrehen erreichbar?
Mit einer prozesssicheren Hartdrehbearbeitung können Maßtoleranzen im Bereich weniger Mikrometer und sehr feine Funktionsflächen erreicht werden. Abhängig von Werkstoff, Härte, Maschine, Werkzeug und Bearbeitungsbedingungen sind Oberflächenrauheiten von etwa Ra 0,2 bis 0,8 µm möglich.
Weitere Fragen und Antworten
Beim Hartdrehen werden gehärtete Materialien bearbeitet, während konventionelles Drehen eher bei weicheren oder ungehärteten Werkstoffen eingesetzt wird. Zudem kommen beim Hartdrehen spezielle Schneidstoffe wie CBN oder Keramik zum Einsatz.
Das Hartdrehen erfordert sehr teure Schneidstoffe wie CBN oder Keramik und hochpräzise, steife Maschinen, was die Investitionskosten erhöht. Außerdem lassen sich extrem feine Oberflächen und engste Toleranzen häufig nur durch Schleifen erreichen.
Hartdrehen ermöglicht Oberflächengüten mit Rauheitswerten von Ra = 0,5 bis 0,8 µm, welche von der Vorschubgeschwindigkeit, dem Eckenradius der Wendeschneidplatte und dem Einstellwinkel des Werkzeughalters abhängig sind.
Es werden besonders steife, vibrationsarme Präzisions-Drehmaschinen benötigt, häufig mit modernen CNC-Steuerungen und angetriebenen Werkzeugen.
Die Schneidstoffe und Werkzeugkonzepte sollten beim Hartdrehen auf den jeweiligen Anwendungsfall abgestimmt sein. Als Werkzeuge kommen dabei meist Solid-Wendeschneidplatten aus CBN, Keramik oder beschichteten Hartmetall zum Einsatz.
Beim Hartdrehen werden zur Bearbeitung meist kein Kühlschmierstoffe verwendet, da die Kontaktzeiten zwischen Werkzeug und Materialoberfläche sehr kurz sind und deshalb eine starke Hitzeentwicklung vermieden wird.
Die Kosten zum Hartdrehen sind von verschiedenen Faktoren wie Arbeitsaufwand, Material oder Bestellmenge abhängig und liegen im Bereich von ca. 70 bis 140 Euro pro Maschinenstunde.
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